Traditionelle Börsen verlassen sich auf ein Orderbuch, das das Gebot eines Käufers mit dem Angebot eines Verkäufers zusammenbringt. Ein AMM funktioniert anders: Nutzer handeln gegen einen gemeinsamen Pool aus zwei oder mehr Token, die von anderen Nutzern, sogenannten Liquiditätsanbietern, bereitgestellt werden. Eine Preisformel, etwa das weitverbreitete Constant-Product-Modell, passt den Wechselkurs zwischen den gepoolten Assets automatisch an, während Trades ausgeführt werden; je mehr von einem Token ein Trade aus dem Pool entnimmt, desto teurer wird dieser Token relativ zum anderen. Das bedeutet, ein Trade kann sofort ausgeführt werden, solange der Pool über genügend Liquidität verfügt, ohne dass in diesem Moment eine passende Gegenpartei benötigt wird.
Liquiditätsanbieter zahlen Token-Paare in einen Pool ein und verdienen im Verhältnis zu ihrem Beitrag einen Anteil an den Handelsgebühren, die dieser Pool generiert. Das schafft einen Anreiz, Liquidität bereitzustellen, was wiederum den Handel auf dem AMM reibungsloser macht und den Preiseinfluss für Trader reduziert. Das Hauptrisiko für Liquiditätsanbieter ist der impermanente Verlust: Wenn sich der Preis der gepoolten Token relativ zueinander deutlich verändert, kann der Wert des Anteils eines Anbieters am Ende niedriger sein, als wenn er die Token einfach außerhalb des Pools gehalten hätte. AMMs sind ein zentraler Baustein der dezentralen Finanzwelt und bilden die Grundlage vieler dezentraler Börsen.
Das Wichtigste in Kürze
- AMMs ersetzen das Orderbuch-Matching durch Liquiditätspools und eine automatisierte Preisformel.
- Liquiditätsanbieter zahlen Token-Paare in einen Pool ein und erhalten im Gegenzug einen Anteil an den Handelsgebühren.
- Liquiditätsanbieter tragen das Risiko des impermanenten Verlusts -- dass der Wert eines Pools schlechter abschneidet, als die gleichen Token einfach zu halten.
Automated Market Maker (AMM) — häufig gestellte Fragen
Wie unterscheidet sich ein AMM von einer normalen Börse?
Eine normale Börse führt einzelne Käufer und Verkäufer über ein Orderbuch zusammen. Ein AMM bepreist Trades stattdessen anhand einer Formel gegen einen gemeinsamen Liquiditätspool, sodass ein Trade sofort ausgeführt werden kann, solange der Pool über genügend Mittel verfügt.
Was ist impermanenter Verlust?
Es ist die Differenz zwischen dem Wert von Assets, die in einem AMM-Liquiditätspool verbleiben, und dem Wert, den sie hätten, wenn man sie einfach in einer Wallet hält -- verursacht durch Preisänderungen zwischen den gepoolten Token. Der Verlust wird erst dann permanent, wenn ein Anbieter abhebt, während diese Differenz besteht.
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